Hans-Heinrich Ehlen

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Rotenburger Kreiszeitung vom 20.02.2017

59. heimatpolitische Tagung der Kreisgemeinschaft Angerburg in Rotenburg

Zeit des Erinnerns

Von Wieland Bonath

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Vor 500 Jahren veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg.

Damit war die kirchengeschichtlich bis heute dauernde Abspaltung der evangelisch-lutherischen von der katholischen Kirche eingeleitet. Der Mönch Martin Luther wollte keine Spaltung der bestehenden Kirche, sein Ziel war es, auf Fehlentwicklungen hinzuweisen und sie zu beseitigen. Ein halbes Jahrtausend Reformation mit geistigem Kampf, Kriegen, Leid und Hoffnungen lagen vor Europa und großen Teilen der Welt. Diesem Thema war die 59. heimatpolitische Tagung der Kreisgemeinschaft Angerburg am Sonnabend und Sonntag in Rotenburg gewidmet – ein Rückerinnern an einen geschichtlichen Zeitabschnitt.

Kreisvertreter Kurt-Werner Sadowski begrüßte neben ungewöhnlich zahlreichen Besuchern ein große Zahl an Ehrengästen – das Interesse an den Vorträgen in der Theodor-Heuss-Schule hatte Gäste aus vielen Teilen Deutschlands in die Kreisstadt gelockt. Landrat Hermann Luttmann (CDU) als Vertreter des Patenkreises Rotenburg überbrachte die Grüße des Kreistages. Er versicherte der Kreisgemeinschaft: Auch künftig werde sich an der Unterstützung durch den Kreistag nichts ändern.

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (CDU) erinnerte an Oberkreisdirektor Helmut Janßen, der vor 63 Jahren den Grundstein für die Patenschaft zwischen dem ostpreußischen Kreis Angerburg und dem Wümme-Kreis gelegt hatte. Und er wies darauf hin: „Viele Angerburger haben in Rotenburg eine neue Heimat gefunden.“ Die Namen einer Reihe von Siedlungen Rotenburgs erinnerten daran.

Zu den weiteren Gästen, die Grußworte sprachen, gehörte die CDU-Bundestagsabgeordnete Kathrin Rösel, die einen Überblick wichtiger politischer Ereignisse des vergangenen Jahres gab und mit Blick auf die USA betonte: Sie beobachte mit Sorge, dass der Begriff Populismus nach Tramps Wahl eine andere Bedeutung bekommen habe. Ihr Parteikollege aus dem Landtag Hans-Heinrich Ehlen betonte im Zusammenhang mit der Patenschaft: „Auf diesem Fundament lässt sich Europa weiterbauen.“

Nach den Signalen der zwölf Böhmsholzer Jagdhornbläser aus dem Landkreis Lüneburg hielt Professor Udo Arnold aus Bad Münstereifel sein Referat zu dem Thema „Vom Ordensland zum ersten protestantischen Fürstentum“. Ein ausführlicher Vortrag, der sich durch eine Fülle von geschichtlichen Detailinformationen auszeichnete. Das konnte auch der Vortrag „Nicolaus Copernicus aus Thorn an der Wechsel – Leben und Werk als Domherr in Frauenburg, als Arzt, Diplomat und weltbekannter Astronom“ für sich in Anspruch nehmen. Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Kämpfert aus Stockelsdorf sprach zu dem Thema. Der Samstag klang aus mit dem traditionellen Elchbratenessen.

Am Sonntag ging es weiter. Walter Jarecki aus Verden, fast 20 Jahre Leiter des Rotenburger Ratsgymnasiums und Vorstandsmitglied der Freunde des Rotenburger Archivs, referierte zum Thema „Reformation in Norddeutschland“. Für Norddeutschland hätte die Reformation auch anders ausgehen können. Jarecki: „Im Frieden von Lübeck 1629 und dem folgenden Restitutionsedikt wurden die Reformation in den norddeutschen Hochstiften rückgängig gemacht, Verden erhielt wieder einen katholischen Bischof, Franz-Wilhelm von Wartenberg. Vielleicht hätte die Rekatholisierung Erfolg gehabt – trotz Widerstand des Rates – aber der Kriegseintritt der Schweden veränderte wiederum die Situation. Verden wurde wieder evangelisch und blieb es.“ Der aus der Nähe von Osnabrück stammende Historiker Jarecki: „Der Westfälische Friede beseitigte schließlich die merkwürdige Lage eines evangelischen Hochstiftes nach katholischem Recht und machte daraus ein weltliches Herzogtum, das an die schwedische Krone fiel.“


Die 59. heimatpolitische Tagung der Kreisgemeinschaft Angerburg (v.l.): Landrat Hermann Luttmann, Landtagsabgeordneter Hans-Heinrich Ehlen, Ex-Oberkreisdirektor Gerhard Blume, Bundestagsabgeordnete Kathrin Rösel und Kreisvertreter Kurt-Werner Sadowski.
Foto: Bonath

 

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