Hans-Heinrich Ehlen

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Nordseezeitung vom 11.04.2016

Gänse-Appetit verdirbt Jägern die Laune

Verbandsvertreter Heiner Ehlen: Jagdverbot führt zur Plage-Heftige Kritik am grünen Agrarminister auf Versammlung in Nesse

Von Inga Hansen

NESSE. Sie sind prächtig anzuschauen. Aber sie können zur Plage werden – die Gänse, die zu Hunderttausenden an der Nordseeküste überwintern. Das fürchten jedenfalls die Jäger. Denn Niedersachsens grüner Agrarminister Christian Meyer hat die Jagd auf Gänse massiv eingeschränkt. Auf der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Bremerhaven-Wesermünde in Nesse hagelte es Kritik daran.

Was die Waidmänner von Meyers Abschussverbot halten, daran ließen sie in der trophäengeschmückten Mehrzweckhalle keinen Zweifel – nichts. Weltfremd sei Meyers Verordnung, hieß es. Die Bestände der Gänse hätten sich in den vergangenen 30 Jahren deutlich erholt. Trotzdem habe der grüne Minister 2014

Früher waren das Raubwild und das Wetter die größten Feinde der Jäger, heute sind es die unfähigen Politiker.
Lüder Steinberg, Vorsitzender der Jägerschaft Bremerhaven-Wesermünde

Jagd auf Bläss-, Saat- und Ringelgänse  ganz untersagt, Nonnengänse durften schon länger nicht mehr gejagt werden.
Die Folge: „ Wir haben immer mehr Gänse an der Nordseeküste, inzwischen 1,2 Millionen. Sie richten momentan den meisten Schaden an“, machte Gastredner Heiner Ehlen, früher CDU-Landwirtschaftsminister in Hannover, heute Präsident des Zentralverbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN), deutlich. In den Niederlanden wüssten sich die Verantwortlichen schon nicht mehr zu helfen, dort würden die Gänse inzwischen vergast, weil man den Massen nicht mehr anders Herr werde, warnte Ehlen.
Allein in der Wesermündung überwinterten nach Einschätzung der Jäger zwischen 25 000 und 30 000 Gänse. Der Heißhunger der Gänseschar treibt den Landwirten Sorgenfalten ins Gesicht. „ Erst fressen sie alles auf, dann kacken sie alles zu“, hat Carl-Otto Heitmann, Landwirt und Jäger aus Landwürden, das Problem mit den Gänsen einmal auf den Punkt gebracht. Die Bauern verlören dadurch 300 Euro pro Hektar und Jahr, betonte Lüder Steinberg, Chef der Kreisjägerschaft.
Für den ZJEN-Präsidenten Ehlen, der die Interessen von 270 000 Landeigentümern vertritt, war die Verordnung aus Hannover Grund genug, vor Gericht zu ziehen. Im Laufe des kommenden Jahres, so Ehlen, rechne er mit einer Entscheidung darüber.
Aber auch darüber hinaus sieht der oberste Interessenvertreter weiteres Ungemach auf die Waidmänner zukommen. Denn der Minister Meyer plant eine Novelle des Jagdgesetzes, die die Betroffenen Gewehr bei Fuß stehen lässt. Die Jäger befürchten, dass womöglich weitere Arten nicht mehr gejagt werden dürfen, dass die Wildfütterung im Winter ebenso verboten wird wie die Jagd mit Hilfe von Fallen, die Kirr-Jagd (das Anlocken der Wildschweine mit Mais) oder die Baujagd, bei der Dackel auf Füchse angesetzt werden. „ Wir werden unser Jagdrecht verteidigen“, rief Ehlen in den Saal.
Äußerst skeptisch stehen die Jäger der Ansiedlung des Wolfes in Niedersachsen und im Cuxland gegenüber. Der Vorsitzende der 1000 Mitglieder starken Jägerschaft Bremerhaven-Wesermünde, der Lüder Steinberg befand: „ In unseren Landkreis gehört der Wolf nicht. Schon deshalb, weil wir Deiche haben und die Schafe dort brauchen.“ Heiner Ehlen nannte das Thema Wolf eine Herausforderung und betonte: „ Wir müssen uns darüber unterhalten wie viele Wölfe Niedersachsen vertragen kann.“
Die Wahlen ergaben, dass im Vorstand alles beim Alten bleibt:
Lüder Steinberg wurde als Vorsitzender im Amt bestätigt, wie sein Stellvertreter Peter Ebach und Schriftführer Eike Lindau. Und Arend Müller bleibt Kreisjägermeister, sein besonderer Vertreter Karl-Ludwig Brinkmann.
Brinkmann stellt dann auch den Steckenbrief vor. Im Altkreis Wesermünde sind 2015/16 2791 Rehe geschossen worden – 200 mehr als im Jahr zuvor (2014/2015) waren es 2599), dazu 1224 Dammhirsche und Hirschkühe (1185), 3341 Rabenkrähen (2981), 2437 Wildenten (2761), 1907 Füchse (1600) und 1775 Ringeltauben (1953). 

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