Hans-Heinrich Ehlen

Mitglied des Niedersächsischen Landtags

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Bremervörder Zeitung vom 04.03.2017

Affront gegen Naturschutz und soziales Engagement

Brief aus Hannover: Heute schreibt der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Heinrich Ehlen aus Kalbe

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn die Mitglieder der drei Jägerschaften im Landkreis, Bremervörde, Rotenburg und Zeven, dieser Tage ihre Jahreshauptversammlungen abhalten, wird sicher neben der Abschaffung der Jagdsteuer auch die jüngste Pressemitteilung des Kreisvorstandes der Partei Die Linke zur Sprache kommen.

Nach jahrelangen Diskussionen im Kreistag tritt zum 1. April die Abschaffung der Jagdsteuer in Kraft. Dafür hat sich die neue Mehrheitsgruppe aus CDU, WFB, FDP und Freien Wählern eingesetzt. Auch die Grünen stimmten dafür, die SPD und die AfD dagegen. Einigkeit herrscht darüber, dass die Jäger als anerkannte Naturschützer bei ihrer ehrenamtlichen und kostenintensiven Tätigkeit nicht noch zusätzlich finanziell belastet werden sollen.

Was unter den Jägern und der breiten Bevölkerung angesichts der umfangreichen und wichtigen Aufgaben für die Hege und Pflege allgemeine Zustimmung fand, ist für den Kreisverband der Partei Die Linke offenbar zu viel des Guten. Da in vier Wochen die Jagdsteuer entfalle und das Wildbret oft vermarktet werde, liege ein geldwerter Vorteil zu Gunsten der Jäger vor, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Partei. Das Wild sei „herrenlos, bis ein dazu befugter Jäger es sich mit einem Blattschuss kostenlos aneignet“. Aus diesem Grund fordert der Linke-Vorstand, dass 70 Prozent einer Jagd als Frischfleisch an die neun Lebensmittelausgabestellen der Tafeln im Kreis abgegeben werden. Hier haben sie gleich in mehreren Punkten Unrecht. Zum einen darf das von den Jägern erlegte Wild nicht als Frischfleisch an Tafeln gespendet werden, zum anderen ist das Wild für den Jäger weder kostenlos noch gehört es der Allgemeinheit.

Dass sich immer mehr Menschen entscheiden, den Jagdschein zu machen, ist eine erfreuliche Entwicklung. Sich aktiv für die Natur und Tiere einzusetzen, eine bewusste Ernährung, die Arbeit mit dem Hund und die Ruhe in der Natur motiviert auch Frauen und Jugendliche, die Vorbereitungslehrgänge für das „Grüne Abitur“ zu absolvieren. Allein in der Jägerschaft Bremervörde gibt es 92 gemeinschaftliche Jagdbezirke, davon 36 Eigenjagdbezirke. Die Landesforstverwaltung ist mit drei Revierförstereien vertreten. In sieben Hegeringen sind mehr als 500 Mitglieder organisiert, die sich aus Überzeugung ehrenamtlich für die Allgemeinheit engagieren. Sie sorgen für Artenschutz und -vielfalt, legen Hecken, Gehölze und wertvolle Biotope an, übernehmen die Winter-Fütterung in Notzeiten, kümmern sich um Wildunfälle und vieles mehr. Ihnen unsoziales Verhalten vorzuwerfen, zeugt von Unkenntnis und ist ein Affront gegen die ehrenamtlichen Jäger in unserem Landkreis. Deren Arbeit ist alles andere als „kostenlos“, wie die Linken meinen. Der Aufwand eines Jägers ist oft sehr viel größer als der vermeintliche Ertrag. Darüber hinaus investieren sie viel Idealismus und Zeit.

Jäger referieren an Schulen, organisieren Ferienprogramme für Kinder und präsentieren ihre Arbeit auf Messen und Ausstellungen. In unserem Landkreis sind die drei Jägerschaften als anerkannter Naturschutzverband geschätzte Ansprechpartner der Kommunen und des Kreises. Dazu gehört auch, dass sie verantwortungsbewusst beim Erstellen von Abschussplänen und deren Überwachung mitwirken. Mit der nachhaltigen Nutzung des Wildes tragen die Jäger zur allgemeinen Ernährung bei. Dass sie das anfallende Wildbret verwerten dürfen, ist das Mindeste und sollte nicht in Frage gestellt werden.

Ihr Heiner Ehlen

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