Hans-Heinrich Ehlen

Mitglied des Niedersächsischen Landtags

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Bremervörder Zeitung vom 01.10.2016

„Satt zu werden ist auch heute nicht selbstverständlich“

Brief aus Hannover: Heute von CDU-Landtagsmitglied Hans-Heinrich Ehlen

Mit einem sonnigen September hat sich der Sommer verabschiedet. Dabei haben viele Getreidebauern bei dem unbeständigen Wetter der vergangenen Monate häufig um ihre Ernte bangen müssen. Regenfälle haben oft die Mähdrescher ausgebremst. Nun ist der größte Teil der Ernte eingebracht. Hier und da werden noch Kartoffeln gerodet, und die Maisernte ist, witterungsbedingt in diesem Jahr ungewöhnlich früh, in vollem Gange. Das Ernteergebnis der Kartoffelerzeuger wird in diesem Jahr, bedingt durch die Wetterkapriolen, etwas geringer als 2015 ausfallen. Ähnlich sieht es bei der Masse und Qualität der Getreideernte aus. Nach Ansicht von Biologen sei in diesem Jahr einfach zu wenig Licht für eine optimale Photosynthese vorhanden gewesen.
Trotz der Einbußen und durchwachsener Bilanz sind die Landwirte dankbar, dass es eine ausreichende Ernte gegeben hat. Aus Freude und Dankbarkeit feiern die Menschen in den Kirchen und Gemeinden Erntedankfeste. Es finden Gottesdienste statt, bei denen Erntekronen und mit Früchten gefüllte Körbe den Altarraum schmücken. In vielen Dörfern wird das Erntefest mit Festzügen und Motivwagen sowie einem fröhlichen Publikum gefeiert. So wie im übertragenen Sinne ein Zimmermann sein Erntefest feiert, wenn er ein Haus gerichtet hat, der Maurer, wenn der Rohbau steht oder der Lehrer, wenn die Abschlussprüfungen bestanden sind, so freut sich nun der Landwirt, dass er wieder einmal die schwere Erntearbeit bewältigt hat, und für die nächsten Monate genug Nahrung vorhanden ist.
Dafür sollten wir alle danken und stets daran denken, dass Sattwerden auch heute nicht selbstverständlich ist. Weltweit geht jeder neunte Mensch abends hungrig ins Bett.
In Zahlen ausgedrückt stehen heute bei mehr als sieben Milliarden Menschen, zirka 2500 Quadratmeter Fläche pro Erdenbürger für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung. Durch das Weltbevölkerungswachstum reduziert sich die verfügbare landwirtschaftlich nutzbare Fläche pro Kopf. In etwa 30 Jahren werden es voraussichtlich nur noch rund 1800 Quadratmeter bei knapp zehn Milliarden Menschen sein. Die Produktion entsprechend zu erhöhen, stellt eine riesige Herausforderung für die Agrar- und Ernährungswirtschaft bei uns und weltweit dar. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Aktuell beschäftigt die Landwirte zum Erntefest neben der durchwachsenen Ernte die persönliche Jahresbilanz, also den Aufwand und Ertrag, und der wird bei vielen nicht weniger durchwachsen sein. Den hohen Aufwendungen auf der einen Seite stehen die niedrigen Preise auf der anderen Seite gegenüber.
Gleichzeitig fordern die Politik und die Gesellschaft immer strengere Gesetze und Regeln für die Landwirtschaft. Klimaschutz und Tierwohl rangieren ganz oben und sind auch im Sinne der Landwirte. Hier ist ein respektvoller Umgang von beiden Seiten gefragt, um gemeinsam die zukünftigen Herausforderungen zu meistern.

Ihr Hans-Heinrich Ehlen

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