Hans-Heinrich Ehlen

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Böhmezeitung vom 06.08.2016

Milch für 20 Cent „ein Unding“

Ex-Minister Ehlen sieht schwierige Zeiten für die Landwirtschaft

rdv Schneverdingen. Zu einem Informationsabend unter der Bezeichnung Sommergespräch hatte für Donnerstag der CDU-Stadtverband Schneverdingen in das Gasthaus Zum alten Krug eingeladen. Gastredner war der ehemalige niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Hans-Heinrich Ehlen. Er sprach zu dem Thema „Landwirtschaft in schwierigen Zeiten“.
Ehlen ging auf die Milchpreissituation ein. Für 20 oder 22 Cent Milch zu produzieren, sei ein Unding. Man sei hier allerdings von den Produktionsbedingungen her in einer Grundregion. In anderen Regionen, zum Beispiel in Bayern, sehe es anders aus, da dort Märkte seien, die besser bedient werden könnten. Man müsse in der Europäischen Union 20 Prozent der Milch außerhalb der EU verkaufen. Das schafften aber nicht die kleinen Milchverarbeitungsbetriebe, sondern nur die großen, die entsprechend investieren können.
Ehlen sprach auch die Preissituation bei der Ferkelproduktion an, die dazu geführt habe, dass der Rückgang der Zahl der Betriebe sehr groß sei.
In Bezug auf die Bürokratie sagte er, dass den Landwirten sehr viel Zeit genommen werde, weil sie alles dokumentieren müssten, was sie machen. Es sei nicht das Ziel eines jungen Menschen, Rechenschaft auf Papier abzulegen. Es müssten doch ganz andere Dinge im Vordergrund stehen. Dieses Problem führe auch dazu, dass beim Nachwuchs kein Interesse mehr bestehe, den Betrieb zu übernehmen. Häufig lockten auch besser bezahlte Jobs in der Wirtschaft.
Heidekreis und Kreis Rotenburg lägen in der Biogasdichte an der Spitze in der Bundesrepublik. Es liefen jetzt bald nach 20 Jahren die garantierten Strompreise aus, und es müsse eine Neuorientierung an der Strombörse in Leipzig erfolgen. Es würden auch die ersten landwirtschaftlichen Maisanlagen eingestellt, denn der Mais sei zum heutigen Preis zu dem halbierten oder noch geringeren Strompreis nicht mehr konkurrenzfähig. Es sei also wichtig, nach Alternativen zu suchen.
Ehlen ist vorsichtig optimistisch, dass sich Alternativen ergeben könnten. Auch Abfallstoffe würden wohl eine Rolle spielen. Auf einem großen Kongress Ende des Monats in Nordrhein-Westfalen werde man sich damit beschäftigen, wie man zum Beispiel Stroh statt Mais für die Stromerzeugung nutzbar machen könne.
Ehlen sprach den Wunsch aus, dass die Landwirtschaft in Niedersachsen flächendeckend vorhanden bleibe, dass der landwirtschaftliche Berufsstand nicht ständig beschimpft und für alles verantwortlich gemacht und dass die Politik kalkulierbarer für die Landwirte sein werde.
Stadtverbandsvorsitzender Christian Quoos und Dr.Karl-Ludwig von Danwitz, der die sich anschließende Diskussion moderierte, begrüßte außer Ehlen auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Kathrin Rösel, den CDU-Landtagsabgeordneten Lutz Winkelmann und den CDU-Kreisverbandsvorsitzenden Gerd Engel sowie 70 Mitglieder aus dem Heidekreis und dem Kreis Rotenburg.

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