Hans-Heinrich Ehlen

Mitglied des Niedersächsischen Landtags

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Böhmezeitung vom 24.02.2016

Mettwurst für Leute von gestern

Hans-Heinrich Ehlen bei Munsteraner Stadtgespräch – Landwirte äußern ihren Unmut über den Wolf

sri Munster. Über die schwierige Situation der niedersächsischen Landwirte sprach am Montagabend beim Stadtgespräch in Munster vor knapp 80 Zuhörern der CDU-Landtagsabgeordnete und frühere niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen. Dabei gab es viel Schelte für die rot-grüne Landesregierung. In der anschließenden Diskussion zeigte sich einmal mehr, wie sehr gerade das Thema Wolf die Gemüter bewegt.
Zunächst einmal hatte Ehlen eine gute Nachricht: Niedersächsische Produkte seien für ihre hohe Qualität bekannt und auch im Ausland gefragt. „Wir Niedersachsen sind in der Sicht vieler Europäer und Weltbürger Qualitätsproduzenten.“ Es gelte, diesen Standard zu halten und weiter auf internationale Märkte zu setzen. Allerdings sähen sich die Bauern dabei mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Zum Beispiel den niedrigen Preisen für Fleisch, Milch und Getreide. Diese „Tiefpreismisere“ gehe an die Substanz, und manch ein Betrieb überlebe sei wohl nicht. „Es ist eine ganz harte Zeit“, resümierte Ehlen.
Zusätzlich gebeutelt würden die Landwirte von der Politik der grünen Ministerien. So würde ihnen vorgeworfen, vergiftete Lebensmittel zu produzieren, Fungizide würden angeprangert und der Fleischkonsum in Frage gestellt. Ehlen sarkastisch: „Wer noch Mettwurst isst, ist von gestern.“ Außerdem würden die Bauern für Antibiotika-Resistenzen verantwortlich gemacht, und als es vor einiger Zeit ein Seehundesterben in der Nordsee gab, habe man auch dafür die Schuld zunächst in der Landwirtschaft gesucht.
„Schuld hat immer der Bauer.“
Dabei seien diese Sichtweisen einseitig oder falsch. So sei die Ursache für das Seehundesterben Hundestaupe gewesen, und der Mensch sei von Natur aus nun mal ein Fleischesser. Er, Ehlen, wünsche sich mehr logisches als ideologisches Denken.
Und nun haben die Landwirte auch noch unter dem Wolf zu leiden. Ehlen warf der Landesregierung vor, die Hauptlast dafür den Bauern und Landbewohnern aufzubürden, die aufwändige Schutzzäune errichten sollen, und denen ständig unterstellt werde, sich Wolfsrisse oder Gefahrensituationen nur auszudenken. „Wenn das so weiter geht, ist die Weidetierhaltung bald tot.“ Und er gab zu bedenken, ob Orte wo Kinder aus Angst vor dem Wolf kaum noch draußen spielen könnten, wohl noch für junge Familien attraktiv seien. Ehlen: „Es ist die Aufgabe der Regierung, die Menschen vor Gefahren zu schützen.“ Allerdings werde sich wohl erst dann etwas bewegen, wenn ausreichend Druck durch die Bevölkerung ausgeübt werde. Damit war er in Munster an der richtigen Adresse. Im Publikum saßen viele betroffene Landwirte, die ihrem Ärger über den Wolf und das Verhalten der Landesregierung in dieser Frage Luft machten.
Angesichts all der genannten Belastungen sei es Ehlen zufolge kein Wunder, dass immer weniger Kinder die Höfe ihrer Eltern übernehmen wollen. Nur noch für jeden zweiten bis dritten Betrieb gebe es einen Nachfolger. Statt „Bauer such Frau“ würde es vielleicht bald heißen: „Deutschland sucht Bauer.“


Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Heinrich Ehlen spricht zu den Landwirten.

 

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