Hans-Heinrich Ehlen

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Bremervörder Zeitung vom 08.02.2016

Weil reimt, singt und siegt

Niedersachsens Ministerpräsident begeistert Augustendorfer Narren in der Bütt mit viel Lokalkolorit

VON THOMAS SCHMIDT

AUGUSTENDORF. Kommt er oder kommt er nicht? Diese Frage hatte bis zuletzt nicht nur die Augustendorfer Narren bewegt. Doch Stephan Weil (SPD) kam! Sah! Und siegte! Der niedersächsische Ministerpräsident war am Sonnabend Ehrengast der Prunk- und Schunkelsitzung des Augustendorfer Karneval-Vereins (AKV), zeigte sich als volksnaher Landesvater und eroberte mit einer launigen Rede im ausverkauften Saal des Gasthofes „Zum Huvenhoop“ die Herzen des Narrenvolks, das mit Zugabe-Rufen aus dem Häuschen war.

Da war es eine Ehrensache, dass der prominenteste Gast vom AKV-Vorstand zum „Huvenhoop-Senator“ ernannt wurde. Den Orden hat sich der Ministerpräsident redlich verdient, zeigte Weil doch mit seiner perfekt gereimten Büttenrede, dass er sich nicht nur auf Staatsgeschäfte versteht, sondern auch viel Sinn fürs Närrische hat. Nach dem textsicheren Singen des Niedersachsen- Liedes würzte der Sozialdemokrat mit Sinn für Humor seine Rede mit viel Lokalkolorit. „Zu Premiumnarren Euch ernennt/ Euer Ministerpräsident!“, revanchierte sich Weil für die ihm zuteil gewordene Ehre, den Senatoren- Titel und die AKV-Narrenkappe tragen zu dürfen. „Was sind schon Düsseldorf und Kölle/ Augustendorf! Da tobt die Hölle“, reimte der Ehrengast aus Hannover. „Da träumt man von im fernen Mainz/der längste Prinz ist Euer Heinz!“, spielte Weil auf die stattliche Körpergröße des amtierenden AKV-Prinzen Heinz Ukena an. „Und Petra, Ihre Lieblichkeit, steht etwas kleiner ihm zur Seit‘!“, ließ Weil die Prinzessin nicht unerwähnt. Und auch die AKV-Aktiven bekamen ein charmant gereimtes Lob mit Blick auf „Tänzerinnen wie in Rio!“: „Hochklassig und kein bisschen Kitsch!/Dank Trainerin Rosanowitsch“, hatte sich Weil zuvor kundig gemacht. Sogar die örtliche Baufirma hatte der Ministerpräsident auf dem Zettel mit Blick auf den gleichnamigen Sitzungspräsidenten: „Eike Brodtmann, der Kapitän im Narrenschiff/ Wenn er nicht gerade präsidiert/ Er seine Tiefbaufirma führt. Doch richtig tief darf er nicht bohren/Das ist das Elend mit den Mooren.“ Und nach einem kleinen Ausflug in die Weltpolitik kam der Büttenredner gekonnt zurück in AKV-Gefilde: „Ein Präsident in USA/ist auch nicht mehr/was er mal war. Ein Kandidat heißt Donald Trump/Ihr könnt Euch freuen/Ihr habt Bernd Pump/Als DJ Pumpi legt er auf/und hat noch ganz andere Sachen drauf/Die R&V muss warten nun/Bernd hat Besseres zu tun“, spielte Weil auf den Beruf des AKV-Präsidenten in der Versicherungsbranche an.

Ohne Navi ins Moor

Doch bekannte Weil auch, dass sein Fahrer ohne Navi Probleme gehabt habe, den Weg nach Augustendorf zu finden. Nächstes Mal werde er eine Karte mitbringen. „Und falls die Karte ich vergess/ dann fahr ich mit dem Moorexpress“, versprach Weil. Für eine gute Gelegenheit, schon bald zurückzukommen, wollen die AKV-Narren sorgen. Vizepräsident Ulrich Rosanowitsch lud Weil zu einer Torfkahnfahrt durchs Moor ein, das mit Blick auf das Raumordnungsprogramm und ein laufendes Planfeststellungsverfahren zum Torfabbau zurzeit nicht nur vergnügungssteuerpflichtige Themen bietet.
Da traf es sich gut, dass nicht nur die Augustendorfer Narren hervorragende Kontakte zur Staatskanzlei nach Hannover haben. Denn die Rolle der Tischdame erfüllte die Augustendorferin Kerstin Klabunde von der Bürgerinitiative zum Erhalt unserer Moore und für die Zukunft unserer Dörfer“. Doch Politik hatte an diesem Abend eher eine Nebenrolle: „Esst Wurst und Speck und Wein/Ihr seid nicht dick, Ihr seid nur klein“, appellierte Ministerpräsident Weil angesichts der nahenden Fastenzeit an das Narrenvolk.
AKV-Präsident Pump bedankte sich mit herzlichen Worten und einem Präsentkorb für Weils Ausflug insMoor. Er versprach dem Ministerpräsident, dass der AKV auch weiterhin das Ehrenamt mit Leben erfüllen werde. Wie berichtet, hatte Weil am Rande eines Empfangs für den Karnevalsverband in Niedersachsen in Hannover bereits vor einem Jahr versprochen, nach Augustendorf zu kommen, weil ihn beeindruckt habe, mit welch großem Einsatz in dem 275-Einwohner-Ort das Ehrenamt gelebt werde. Dass seine Erwartungen nicht enttäuscht wurden, sagte Weil im Gespräch mit der BZ. „Es hat einen Riesenspaß gemacht. Und es war wirklich genauso, wie es mir Vizepräsident Ulrich Rosanowitsch vor einem Jahr beschrieben hat.“
Augustendorfs Ortsvorsteher Roland Caillé hatte zuvor die Grüße des grippekranken Gemeindebürgermeisters Axel Renken überbracht. Caillé dankte auch den Beamten, die für die Sicherheit des hohen Gastes gesorgt haben. „Soviel hatten wir hier noch nie mit dem LKA zu tun“, sagte Caillé mit Blick auf die Beamten, die sich diskret im Saal verteilt hatten. Angesichts der zuweilen auch unter Wasser stehenden Moorortschaft fragte sich der Ortsvorsteher augenzwinkernd, ob nicht eigentlich die Wasserschutzpolizei für Augustendorf zuständig sei.


Gute Stimmung am Tisch des Ministerpräsidenten Stephan Weil: Als Tischdame nutzte die Sprecherin der „Bürgerinitiative zum Erhalt unserer Moore und für die Zukunft unserer Dörfer“, Kerstin Klabunde aus Augustendorf, die Gelegenheit, ihre Kontakte zur Staatskanzlei zu vertiefen.


Auch die Herren von der CDU haben ihren Spaß: Ex-Minister Hans- Heinrich Ehlen (von links) und Ortsvorsteher Roland Caillé amüsieren sich prächtig am Tisch mit dem Ministerpräsidenten.

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