Hans-Heinrich Ehlen

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Bremervörder Zeitung vom 11.07.2015

„Tierisch guten“ Messe-Start hingelegt

67. Tarmstedter Ausstellung von Landrat Hermann Luttmann vor 800 geladenen Gästen eröffnet

TARMSTEDT. Ohne dass ihnen wie sonst üblicherweise der Schweiß von der Stirn rann, verfolgten gestern Vormittag gut 800 geladene Gäste die Auftaktveranstaltung im Festzelt. Als Schirmherr der Tarmstedter Ausstellung oblag es Landrat Hermann Luttmann, die 67. Messe zu eröffnen. Um 11.30 Uhr sprach er die Formel und ließ sich dann die traditionelle Erbsensuppe servieren.
„Der Norden trifft sich in Tarmstedt.“ Das gilt alle Jahre wieder seit 1949 für vier Tage um das zweite Juli-Wochenende herum. „Ein Satz, wie in Stein gemeißelt“, stellte Moderator Dirk Böhling fest und „schnappte“ ihn Bürgermeister Wolf Vogel weg, der ihn in seiner Begrüßung dennoch wiederholte. In abgewandelter Form fiel er dann ein drittes Mal: „Das Beste am Norden ist die Tarmstedter Ausstellung“, hieß es in einem kurzen den Gästen vorgeführten Imagefilm.
Dirk Gieschen, Geschäftsführer der Ausstellungs-GmbH, verwies darauf, dass die Messe ein Wirtschaftsfaktor für die Region sei und dass sie präsentiere, was der ländliche Raum zu bieten hat. Und das sei eine Menge, wie die 700 Aussteller unter Beweis stellten. „Allein ein Blick auf die Gästeliste genügt, um die hohe Bedeutung der Ausstellung im Elbe-Weser- Dreieck zu verdeutlichen“, unterstrich Gieschen vor den rund 800 Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und dem ländlichen Raum. Gleichwohl finde der ländliche Raum in der Politik nicht die ihm zukommende Beachtung, beklagte Gieschen.
Auf die Frage des Moderators, ob es angesichts dessen im Jahr 2030 die 82. Messe geben werde, gab Tarmstedts Gemeindedirektor Frank Holle zur Antwort, er sehe keine Grund, um daran Zweifel zu hegen. Das Interesse der Aussteller wie der Bevölkerung sei ungebrochen und die Ausstellung werde laufend und vor allem behutsam entwickelt – denn „die Ausstellung ist eine spröde Dame“.
Von Dirk Böhling dazu befragt, umriss Zevens Landvolkvorsitzender Rudolf Heins die schwierige wirtschaftliche Situation der Betriebe: Nach zwei guten Jahren seien das Melken und Schweinefüttern 2015 ein Zuschussgeschäft.
Mit Blick auf die Anfang des Jahres gegründete branchenübergreifende Initiative „Tierwohl“ zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für Schweine und Geflügel betonte Heins, dass es den Nutztieren in den Ställen heute „sehr viel besser geht als noch vor 20 Jahren“. In modernen Ställen fühlten sich Kühe heute „fast wie auf der Weide“.
Zustimmenden Applaus mochte Christina Jantz, die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion aus Schwanewede, dem Funktionär indes nicht spenden. Sie sieht vielmehr noch großen Handlungsbedarf. Insbesondere gelte es, die Haltung von Schweinen, Puten und Hähnchen zu verbessern – und zwar in Kooperation mit den Landwirten. Der will sich das Landvolk nicht verweigern, versicherte Heins, der zugleich für mehr Sachlichkeit in der Diskussion ums Tierwohl warb. Denn die unqualifizierten Anfeindungen von Fachfremden empfänden Bauern als „unerträglich“.
Eine nüchterne unideologische Sicht auf die Dinge bewies der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Heinrich Ehlen. „Wir brauchen keine Agrarwende, wir brauchen eine Verbraucherwende“, propagierte er. Denn die Landwirte produzierten das, was die Verbraucher kauften.
Festredner Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, wies auf die nachhaltige Arbeitsweise und den fundierten Sachverstand der Landwirte hin: „Die Bauernfamilien haben sich aus eigener Initiative heraus in ihrer Branche weiterentwickelt und das Tierwohl stets im Blick behalten. Wir arbeiten nachhaltig und reden nicht nur. Die Landwirte stellen sich den Diskussionen und sind bereit, zusammen mit Politik und Gesellschaft die notwendigen Dinge weiterzuentwickeln“, erklärte der Festredner weiter.
An vier Messetagen präsentieren sich in Tarmstedt rund 700 Aussteller. Auf dem 180 000 Quadratmeter großen Gelände dreht sich bis einschließlich Montag jeweils von 9 bis 18 Uhr alles um Landwirtschaft, Tierzucht und Erneuerbare Energien.
Ergänzende Angebote für Haus, Garten und Freizeit sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Fachvorträgen und Showeinlagen auf dem Tierzuchtgelände machen die Tarmstedter Ausstellung zu einem Ereignis für die ganze Familie. Die Ausstellungsleitung erwartet bis zu 100 000 Besucher. (zz/tk/bz)


Hans-Heinrich Ehlen und Bauernpräsident Joachim Rukwied (rechts)
sind sich einig: Debatten über Landwirtschaft würden zu oft ideologisch
geführt.


Rund 800 Gäste verfolgten gestern im Festzelt die Eröffnungsfeier zur 67. Tarmstedter Ausstellung.
Fotos: zz/Kratzmann

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