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Rotenburger Rundschau vom 30. Oktober 2005

Maßnahmen ergriffen, um die Seuche von uns fern zu halten

Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen zur Vogelgrippe

VON WIELAND BONATH

Landreis Rotenburg. Alles spricht von der Vogelgrippe. Viele haben eine dumpfe Angst. Hans-Heinrich Ehlen (56), Landwirtschaftsminister, sprach mit Rundschau-Mitarbeiter Wieland Bonath.

Rundschau: Herr Minister Ehlen, sind die präventiven Maßnahmen im Zusammenhang mit der Vogelgrippe nicht ein wenig überzogen?

Ehlen: Nein, wir haben Erfahrungen aus dem Geflügelzug vom Frühjahr 2003, wo es uns gelungen ist, mit ähnlichen Maßnahmen die damalige Seuche von uns fern zu halten. Dieses war für uns Richtschnur, bei ähnlicher Gefahrenlage wieder genauso zu handeln.

Folgen die Geflügel-Tierhalter den ministeriellen Vorgaben?

Zum aller größten Teil, ja! Die Kreisveterinärbehörden sind die zuständigen Stellen in den jeweiligen Kreisen oder Städten. Sie sind bei Problemfällen beratend tätig und gewährleisten durch Kontrollen, dass das Aufstallungsgebot eingehalten wird.

Wie würde die nächste Stufe der Vorsichtsmaßnahmen aussehen?

Als Nächstes würde nur etwas in Kraft treten, wenn wir einen Seuchenfall hätten. Das heißt, innerhalb eines Radius‘ von einem Kilometer würde sämtliches Wirtschafts- und Ziergeflügel getötet. Innerhalb eines Radius‘ von drei Kilometern würde eine so genannte „Stillstandszone“ eingerichtet werden, wo Tier-, Fahrzeug- und Personenverkehr verboten wäre. Ein Radius von zehn Kilometern wäre Beobachtungsgebiet. Dafür liegt für jeden Geflügel haltenden Betrieb ein Maßnahmenplan vor.

Sehen Sie die traditionelle Weihnachtsmahlzeit, die Gans oder die Ente, in Gefahr?

Ich sehe sie im Augenblick nicht in Gefahr, und man sollte sich diesen Genuss durch Panikmache nicht vermiesen lassen.

Was isst die Familie Ehlen zu Weihnachten?

Da es mehrere Festtage sind, steht neben Schweinebraten auch Geflügel mit auf der Speisekarte.


Landwirtschaftsminister Ehlen: „Genuss durch Panikmache nicht vermiesen lassen“

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